Beherbergungssteuer NRW: Köln, Düsseldorf, Leverkusen
Berdar Gülcubuk · aktualisiert am 01.11.2026

Welche Städte in NRW eine Beherbergungssteuer erheben oder planen, ob berufliche Übernachtungen betroffen sind und wie Firmen sie einrechnen.
Wer in Nordrhein-Westfalen ein Team für mehrere Wochen unterbringt, stößt irgendwann auf eine Position auf der Rechnung, die vorher nicht im Angebot stand: Beherbergungssteuer, Übernachtungssteuer, Kulturförderabgabe. Gemeint ist immer dasselbe, eine kommunale Steuer auf Übernachtungen. Dieser Artikel erklärt, wie die Steuer funktioniert, welche Städte in der Region sie erheben oder planen, ob berufliche Übernachtungen betroffen sind und wie Firmen damit in der Kalkulation umgehen.
Ein wichtiger Hinweis vorweg: Die Satzungen ändern sich regelmäßig, Städte führen die Steuer ein, erhöhen sie oder ändern Ausnahmen. Alle Angaben in diesem Artikel beziehen sich auf unseren Kenntnisstand im Herbst 2026. Vor einer verbindlichen Kalkulation sollten Sie den Stand bei der jeweiligen Stadt prüfen.
Was die Beherbergungssteuer ist
Die Beherbergungssteuer ist eine örtliche Aufwandsteuer nach Artikel 105 Abs. 2a Grundgesetz. Städte und Gemeinden dürfen sie erheben, solange sie bundesrechtlich geregelten Steuern nicht gleichartig ist. Besteuert wird der Aufwand für eine entgeltliche Übernachtung in einem Beherbergungsbetrieb, also in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Monteurzimmern und Privatunterkünften.
Die Namen unterscheiden sich von Stadt zu Stadt:
- Beherbergungssteuer oder Beherbergungsabgabe
- Übernachtungssteuer
- Kulturförderabgabe, so heißt sie in Köln
- umgangssprachlich Bettensteuer oder Citytax
Steuerschuldner ist in fast allen Satzungen der Betreiber der Unterkunft. Er meldet die Übernachtungen an die Stadt und führt die Steuer ab. In der Praxis legt er die Steuer auf den Preis um, sodass der Gast oder die Firma sie am Ende trägt. Als Bemessungsgrundlage dient meist das Netto-Übernachtungsentgelt ohne Umsatzsteuer und ohne Nebenleistungen wie Frühstück oder Parkplatz. Manche Städte arbeiten stattdessen mit festen Beträgen pro Person und Nacht.
Berufliche Übernachtungen: Was das Bundesverfassungsgericht 2022 entschieden hat
Lange Zeit galt in vielen Städten: Wer beruflich übernachtet, zahlt keine Übernachtungssteuer. Hintergrund war ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2012, nach dem nur privat veranlasste Übernachtungen als "Aufwand" besteuert werden durften. Monteure und Geschäftsreisende mussten dafür eine Arbeitgeberbescheinigung vorlegen, was für Hotels und Firmen viel Papier bedeutete.
Mit Beschluss vom 22. März 2022 hat das Bundesverfassungsgericht diese Unterscheidung aufgegeben. Übernachtungssteuern sind demnach verfassungsgemäß, und Städte dürfen auch beruflich veranlasste Übernachtungen besteuern. Die Differenzierung zwischen privat und beruflich ist erlaubt, aber nicht mehr verpflichtend.
Für die Praxis heißt das:
- Städte können berufliche Übernachtungen steuerfrei lassen, müssen das aber nicht.
- Mehrere Städte haben seit 2022 ihre Satzungen geändert und die Ausnahme für berufliche Übernachtungen gestrichen, weil der Nachweisaufwand entfällt und die Einnahmen steigen.
- Wo die Ausnahme noch gilt, ist meist eine Arbeitgeberbescheinigung oder ein Formular der Stadt nötig, das der Gast bei Anreise abgibt.
Für Firmen, die Monteure unterbringen, ist deshalb die wichtigste Frage je Stadt: Gilt die Steuer auch für berufliche Übernachtungen, und wenn nicht, welcher Nachweis ist nötig?
Stadt für Stadt: Köln, Düsseldorf, Bonn, Dortmund, Leverkusen
Die folgende Übersicht fasst zusammen, was in den wichtigsten Städten der Region gilt oder geplant ist. Wo wir uns beim aktuellen Satz oder bei den Ausnahmen nicht sicher sind, steht das ausdrücklich dabei.
Köln: Kulturförderabgabe
Köln erhebt seit 2010 eine Kulturförderabgabe auf Übernachtungen. Sie wird prozentual auf das Netto-Übernachtungsentgelt berechnet, nach unserem Stand mit 5 Prozent. Ob und in welcher Form beruflich veranlasste Übernachtungen noch ausgenommen sind, hat sich nach dem Beschluss von 2022 geändert und sollte bei der Stadt Köln geprüft werden. Stand prüfen: aktueller Satz und Ausnahmen für berufliche Übernachtungen.
Für Firmen, die Teams in Köln unterbringen, ist Köln damit die teurere Variante im Vergleich zu Leverkusen, wo bisher keine Steuer anfällt. Bei Einsätzen in Köln-Niehl, Deutz oder Porz kann eine Unterkunft in Leverkusen trotz Fahrzeit günstiger ausfallen.
Düsseldorf: Beherbergungssteuer
Düsseldorf erhebt eine Beherbergungssteuer auf Übernachtungen. Den aktuellen Satz und die Behandlung beruflicher Übernachtungen nennen wir hier bewusst nicht, weil wir den Stand nicht sicher kennen. Stand prüfen bei der Stadt Düsseldorf, Steueramt. Relevant ist das vor allem für Einsätze bei Henkel in Düsseldorf-Holthausen, im Hafen und bei Messeaufbauten in Stockum.
Bonn
Bonn hat in den vergangenen Jahren über eine Beherbergungssteuer beraten und sie nach unserem Stand eingeführt. Satz, Bemessungsgrundlage und Ausnahmen sollten bei der Stadt Bonn geprüft werden. Stand prüfen.
Dortmund: Beherbergungsabgabe
Dortmund erhebt seit 2011 eine Beherbergungsabgabe. Sie wird prozentual auf das Übernachtungsentgelt berechnet, nach unserem Stand mit 7,5 Prozent. Die Behandlung beruflicher Übernachtungen und der aktuelle Satz sollten bei der Stadt Dortmund geprüft werden. Stand prüfen.
Leverkusen: Einführung zum 1. Januar 2027 geplant
Leverkusen erhebt derzeit keine Beherbergungssteuer. Nach Berichten plant die Stadt eine Einführung zum 1. Januar 2027. Höhe, Bemessungsgrundlage und Ausnahmen stehen nach unserem Kenntnisstand noch nicht fest oder sind nicht abschließend beschlossen. Stand prüfen bei der Stadt Leverkusen, insbesondere vor Angeboten und Rahmenverträgen, die in das Jahr 2027 hineinreichen.
Für Firmen, die 2027 Einsätze im Chempark Leverkusen oder an der A1-Baustelle planen, ist das der wichtigste Punkt dieses Artikels: Angebote mit Laufzeit über den Jahreswechsel sollten eine Klausel enthalten, dass kommunale Steuern, die nach Vertragsschluss eingeführt werden, zusätzlich berechnet werden dürfen.
Weitere Städte
Auch andere Städte in NRW erheben oder diskutieren Übernachtungssteuern, darunter Städte im Ruhrgebiet und im Münsterland. Für Einsätze außerhalb der genannten Städte empfiehlt sich eine kurze Anfrage beim jeweiligen Steueramt oder ein Blick auf die Satzungen auf der Website der Stadt. Meist genügt die Suche nach "Beherbergungssteuer Satzung" plus Stadtname.
Was das für Firmen heißt
Die Beherbergungssteuer ist für Unternehmen aus drei Gründen relevant: Sie erhöht die Kosten, sie verursacht Verwaltungsaufwand, und sie ist von Stadt zu Stadt verschieden.
Kosten
Bei einem prozentualen Satz steigen die Übernachtungskosten um diesen Anteil zuzüglich Umsatzsteuer. Ein Rechenbeispiel mit fiktiven Zahlen: Kostet ein Zimmer 20 Euro netto pro Nacht und beträgt die Steuer 5 Prozent, kommen 1 Euro Steuer dazu. Umsatzsteuerlich gehört dieser Euro zum Entgelt, es fallen also 7 Prozent Umsatzsteuer auf 21 Euro an. Bei einem Team von acht Leuten über 60 Nächte summieren sich Steuer und Umsatzsteuer darauf auf einen Betrag, der in der Angebotskalkulation nicht fehlen sollte.
Verwaltung
Wo berufliche Übernachtungen ausgenommen sind, braucht der Gast einen Nachweis. Das ist meist eine Bescheinigung des Arbeitgebers oder ein Formular der Stadt. Bei einem Team von zwölf Monteuren bedeutet das zwölf Formulare, die der Disponent vorbereiten und die Unterkunft aufbewahren muss. Wo keine Ausnahme mehr gilt, entfällt der Papierkram, dafür fallen die Kosten in jedem Fall an.
Rechnung und Buchhaltung
Die Steuer erscheint als eigene Position auf der Rechnung. Sie ist keine Umsatzsteuer, es gibt also keinen Vorsteuerabzug für diesen Anteil. Als Teil der Unterkunftskosten ist sie eine normale Betriebsausgabe. Wie eine korrekte Unterkunftsrechnung aussehen muss, erklärt der Ratgeber Rechnung an die Firma.
So rechnen Sie die Steuer in Angebote ein
Wer als Bauunternehmen, Anlagenbauer oder Dienstleister Unterkunftskosten in seine eigenen Angebote an Auftraggeber einrechnet, sollte folgende Punkte beachten:
- Einsatzort prüfen. Die Steuer hängt vom Ort der Unterkunft ab, nicht vom Ort der Baustelle. Ein Team, das in Köln arbeitet, aber in Leverkusen schläft, zahlt die Steuer von Leverkusen, derzeit also keine.
- Satzung prüfen. Aktueller Satz, Bemessungsgrundlage, Ausnahmen für berufliche Übernachtungen, Nachweisform.
- Steuer plus Umsatzsteuer kalkulieren. Die Steuer erhöht die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage.
- Zeitraum beachten. Reicht der Einsatz in ein Jahr hinein, in dem eine Stadt die Steuer einführt oder erhöht, sollte das im Angebot berücksichtigt oder vertraglich offen gehalten werden.
- Vertragliche Klausel aufnehmen. Eine Formulierung, dass nach Vertragsschluss neu eingeführte oder erhöhte kommunale Abgaben weitergegeben werden dürfen, schützt vor Nachkalkulationen.
- Nachweise organisieren. Wo berufliche Übernachtungen ausgenommen sind, die Bescheinigungen vor Anreise vorbereiten.
Was HammerZimmer macht
Wir vermieten Unterkünfte in Leverkusen und Umgebung, wo derzeit keine Beherbergungssteuer anfällt. Sollte die Stadt Leverkusen die Steuer zum 1. Januar 2027 einführen, weisen wir sie transparent als eigene Position auf der Rechnung aus und informieren Firmenkunden mit laufenden Buchungen vorab. In Angeboten, die über den Jahreswechsel laufen, nehmen wir einen entsprechenden Hinweis auf. Für Rahmenverträge und Teamunterbringung finden Sie Infos auf der Seite für Firmenkunden, eine Übersicht der Unterkünfte unter Monteurzimmer Leverkusen.
Zusammenfassung
Die Beherbergungssteuer ist eine kommunale Steuer auf Übernachtungen, die in NRW von Stadt zu Stadt unterschiedlich geregelt ist. Seit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von 2022 dürfen Städte auch berufliche Übernachtungen besteuern, viele tun das inzwischen. Köln erhebt eine Kulturförderabgabe, Düsseldorf eine Beherbergungssteuer, Dortmund eine Beherbergungsabgabe, Bonn hat die Steuer nach unserem Stand eingeführt, Leverkusen plant sie zum 1. Januar 2027. Sätze und Ausnahmen sollten vor jeder Kalkulation bei der jeweiligen Stadt geprüft werden. Für Firmen gilt: Steuer plus Umsatzsteuer darauf einrechnen, Nachweise organisieren, Verträge mit einer Klausel für künftige Abgaben absichern.
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Was ist eine Beherbergungssteuer?+
Eine kommunale Aufwandsteuer auf entgeltliche Übernachtungen. Je nach Stadt heißt sie Beherbergungssteuer, Übernachtungssteuer, Kulturförderabgabe oder Bettensteuer. Steuerschuldner ist meist der Betreiber der Unterkunft, der sie an die Gäste weitergibt.
Müssen Monteure auf Montage die Beherbergungssteuer zahlen?+
Das hängt von der Satzung der jeweiligen Stadt ab. Seit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von 2022 dürfen Städte auch beruflich veranlasste Übernachtungen besteuern. Einige Städte tun das, andere nehmen berufliche Übernachtungen weiterhin aus. Stand prüfen bei der jeweiligen Stadt.
Gibt es in Leverkusen eine Beherbergungssteuer?+
Derzeit nicht. Nach Berichten plant die Stadt eine Einführung zum 1. Januar 2027. Ob und in welcher Höhe sie kommt, sollte vor Angeboten für 2027 bei der Stadt Leverkusen geprüft werden.
Fällt auf die Beherbergungssteuer Umsatzsteuer an?+
In der Regel ja. Wird die Steuer auf den Gast umgelegt, zählt sie umsatzsteuerlich zum Entgelt für die Beherbergung und wird mit 7 Prozent besteuert. Die Steuer selbst ist keine Umsatzsteuer und berechtigt nicht zum Vorsteuerabzug.
Kann die Firma die Beherbergungssteuer absetzen?+
Als Teil der Unterkunftskosten ist sie eine Betriebsausgabe. Ein Vorsteuerabzug ist für den Steueranteil nicht möglich, weil es keine Umsatzsteuer ist.
Wie erkenne ich auf der Rechnung, ob Beherbergungssteuer berechnet wurde?+
Seriöse Anbieter weisen sie als eigene Position aus, meist mit Angabe des Prozentsatzes und der Stadt. Fehlt die Angabe, lohnt eine Nachfrage.
Passende Unterkünfte: Monteurzimmer Leverkusen